Kirche

Vincenz02UKGroß und mächtig erhebt sich der Turm der St. Vincenz-Kirche in der Mitte unserer Stadt und prägt so in besonderer Weise ihr Bild. Sei es das Logo der Stadt Menden oder die Plakate der Pfingstkirmes – vielfach findet sich die Silhouette unseres Kirchturms wieder.

Der Beginn des Kirchbaus in unserer Stadt aber war weitaus bescheidener. Eine Holzkirche wird es wohl gewesen sein, die den ersten Mendener Christen als Stätte des Gebets gedient hat, doch wegen ihrer Bedeutung als Ur-Pfarre wuchs die Gemeinde und erforderte einen Neubau der Kirche. Ihre heutige Gestalt erhielt sie weitestgehend im Jahr 1344, als Erzbischof Walram von Jülich die Stadt mit einer wehrhaften Mauer umfrieden ließ, und auch den Turm der Kirche als Wehr- und Aussichtsturm in die Stadtbefestigung mit einbezog. Noch heute existieren im Archiv unserer Stadt Aufzeichnungen darüber, welcher Bürger in der Belagerungssituation welcher der schmalen Schießscharten im Turm zugeordnet war. – Ein Gedanke, der wahrhaft gewöhnungsbedürftig ist.

Vincenz11UKWie stolz die Mendener auf ihre Kirche waren, davon zeugen einige Kunstwerke, die teilweise erst seit kurzem wieder Einzug in die Kirche gehalten haben, so z. B. das Altarretabel des Stadtschreibers Wulf oder aber der imposante Altaraufsatz des Bürgermeisters Wennemar Schmittmann, der heute den würdigen Aufbewahrungsort für die heilige Eucharistie bildet.

Vin-Orgel01-UKIm Jahr 1867 wurde der Kirchbau dann um den heutigen Chorraum, die Apsis sowie ein nördliches und südliches Querhaus erweitert. Etwa im Abstand von jeweils 30 Jahren erfuhr zudem der Innenraum teils gravierende Veränderungen. So waren in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Gewölbe der Kirche mit expressionistischen Malereien geschmückt. Dem Zeitgeist folgend war das Erscheinungsbild nach einer weiteren Renovierung in den 70er Jahren eher schlicht und nach heutigem Verständnis nur wenig einladend. Das hat die bisher letzte Renovierung im Jahr 2005 gekonnt zu verändern gewusst und so stellt sich unsere Kirche heute als ein einladender, heller und dennoch geschichtsträchtiger Ort des Gebetes und der gottesdienstlichen Feier dar.