Zukunftssicherung im St.-Vincenz-Krankenhaus eingeleitet

Einladung zum Informationsabend

Die Gesellschafter der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis beabsichtigen zum 30. März 2017 die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe des St.-Vincenz-Krankenhauses Menden zu schließen. „Wir bedauern es sehr, dass uns die gesundheitspolitischen Vorgaben zu diesem Schritt zwingen“, erklärte der Verwaltungsratsvorsitzende der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis (KKiMK) auf der einberufenen Pressekonferenz am 1. März 2017 in Menden. Grund dieser Entwicklung sei unter anderem die fehlende Anbindung der Geburtenstation an eine Neonatologie (spezielle Neugeborenenmedizin) und eine Pädiatrie (Kinderheilkunde). Werdende Eltern entscheiden sich zunehmend für Kliniken mit diesen Spezialisierungen. Die Kosten für diese Abteilungen werden aber von den Krankenkassen nicht finanziert.

Bei der Pressekonferenz wurde darüber informiert, dass es nach dem 2013 in Kraft getretenen Landeskrankenhausplan NRW in Iserlohn und Menden 40 Betten in der Gynäkologie und Geburtshilfe zu viel gibt. Nach diesem Plan sollen in NRW insgesamt sogar 10.000 somatische Betten abgebaut werden – der Bettenabbau ist also politisch gewollt.

In Menden werden rund 500 Kinder im Jahr geboren. Um die Kosten der Abteilung mittragen zu können, wären aber über 800 Entbindungen jährlich nötig, was in einer Stadt dieser Größenordnung nach Angaben des Ärztlicher Direktors der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis unrealistisch ist. Zudem sei die Patientenzahl der Gynäkologie schon seit längerem rückläufig und die Abteilung erwirtschafte seit Jahren ein Defizit in Höhe von einer halben Million Euro pro Jahr.

Pfarrer Jürgen Senkbeil nahm wie folgt dazu Stellung: „Das St.-Vincenz-Krankenhaus gehört einfach zu Menden. Natürlich war dem Träger das Defizit der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe bewusst. Trotzdem haben wir die Abteilung bis heute gestützt, weil uns die wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung am Herzen liegt. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel in unseren Standort Menden investiert und das werden wir auch in Zukunft machen. Da wären zum Beispiel die Einrichtung unserer Wahlleistungsstation, die Erweiterung des Ärztehauses, die Brandschutzsanierung und nicht zuletzt das neue Blockheizkraftwerk und die Schlaganfallstation, um nur einige zu nennen. So ist allein in den letzten 10 Jahren eine Summe von rund 19 Millionen Euro zusammengekommen, die wir in das St.-Vincenz-Krankenhaus investiert haben.“

Das Hauptanliegen der Klinikleitung ist es, so viele Mitarbeiter wie nur möglich zu halten. Von der Schließung der Abteilung sind 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Zwei Drittel können in anderen Bereichen im Haus eingesetzt werden, für 24 Mitarbeiter, darunter die gynäkologischen Ärzte und Hebammen, ist eine Übernahme aufgrund der hohen Spezialisierung leider nicht möglich. Die Betroffenen wurden als erstes informiert und erhalten größtmögliche Unterstützung bei der Weitervermittlung an andere Kliniken.

Werdende Mütter, deren voraussichtlicher Geburtstermin unmittelbar nach der beabsichtigten Schließung liegt, wurden umgehend informiert und an umliegende Kliniken empfohlen. Mit diesen Kliniken wurden Absprachen getroffen, damit sie sich frühzeitig auf den zu erwartenden Zulauf einrichten können.

Mit neuen Spezialisierungen in die Zukunft

Trotz der traurigen Nachricht blickt der Träger des Mendener Krankenhaus positiv in die Zukunft. Neben dem bereits etablierten neurologischen Bereich wird im Sommer im St.-Vincenz-Krankenhaus die Abteilung Innere Medizin um das Fachthema Geriatrie erweitert. Da die Patienten aufgrund des demografischen Wandels immer älter werden und auch die Zahl der Schlaganfälle zunimmt, sind die neuen Spezialisierungen eine Investition in die Zukunftssicherheit des Krankenhauses.

Informationsabend am 20. März im Pfarrheim St. Vincenz

Pfarrer Senkbeil lädt alle Interessierten zu einem Informationsabend über die Schließung der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe im Mendener Krankenhaus ein. Der Geschäftsführer der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis, Thomas Wülle, wird an diesem Abend ausführlich und sachgerecht informieren und steht für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Das Treffen ist am Montag, 20. März, im Pfarrheim von St. Vincenz und beginnt um 19:30 Uhr.